Neue DWA-Merkblätter zur naturnahen Gestaltung von Fließgewässern erschienen

Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) hat in diesem Jahr gleich mehrere Merkblätter zur naturnahen Gestaltung von Fließgewässern vorgelegt. Im Merkblatt DWA-M 620 wird erstmals die Ingenieurbiologie umfassend dargestellt und deren breite Anwendung vorbereitet. Als Sprecher der Arbeitsgruppe konnte Dr.-Ing. Andreas Stowasser (Geschäftsführer der Stowasserplan GmbH & Co. KG) maßgebliche Inhalte aus seiner langjährigen Erfahrung mit naturnahen Bauweisen beitragen.

Ingenieurbiologische Bauweisen besitzen ein enormes Potenzial im naturnahen Wasserbau und bei der Umsetzung der EG-WRRL. In der Praxis herrschen jedoch oft noch erhebliche Unsicherheiten bei deren Planung, Umsetzung und Pflege. Mit dem Merkblatt werden die wichtigsten Aspekte und Rahmenbedingungen, die bei der Anwendung der ingenieurbiologischer Bauweisen im naturnahen Wasserbau eine Rolle spielen, umfassend erläutert und damit zu guter fachlicher Praxis erklärt.

Das Merkblatt DWA-M 620 ist in drei voneinander unabhängig nutzbare Teile gegliedert:

DWA-M 620-1 – Teil 1: Grundlagen und Bauweisenauswahl

Teil 1 beschäftigt sich auf 126 Seiten mit der Einführung in das Thema Ingenieurbiologie, Grundprinzipien zur Wirkung und Anwendung ingenieurbiologischer Bauweisen im Wasserbau, der Erläuterung der grundlegenden abiotischen, biotischen und anthropogenen Rahmenbedingungen, die bei der Anwendung und Auswahl zu beachten sind, der Beschreibung erforderlicher Herstellungsmaterialien, dem Zusammenwirken lebender und unbelebter Baustoffe und der daraus resultierenden Auswirkungen auf die Bauweisenauswahl, der Vorgehensweise zur Bauweisenauswahl aufgrund von Rahmenbedingungen am Einbauort und nicht zuletzt den Bauweiseneigenschaften.

Das Merkblatt DWA-M620-1 ist seit Juni 2020 im Webshop der DWA erhältlich.

DWA-M 620-1

DWA-M 620-2 – Teil 2: Planung, Umsetzung und Erfolgskontrolle

Teil 2 beschäftigt sich mit der Planung ingenieurbiologischer Bauweisen und der Vermittlung des Leistungsumfangs in Grundlagenermittlung und Vorplanung, Entwurfs- und Genehmigungsplanung, Ausschreibung, Vergabe, Bauüberwachung und Pflege- und Entwicklung sowie der Erfolgskontrolle.

Das Merkblatt DWA-M620-2 ist seit Februar 2020 als Entwurf (Gelbdruck) mit 110 Seiten im Webshop der DWA erhältlich. Das Merkblatt wird voraussichtlich im 1. Quartal 2021 als Weißdruck vorliegen.

DWA-M 620-2

DWA-M 620-3 – Teil 3: Bauweisenbemessung und Anwendungsbeispiele

Teil 3 beschäftigt sich mit Möglichkeiten der Nachweisführung und Bemessung für die Anwendung ingenieurbiologischer Bauweisen, Berechnungsbeispielen und Anwendungsbeispielen.

Das Merkblatt DWA-M620-3 ist noch in Bearbeitung wird voraussichtlich 2021 veröffentlicht.

Merkblatt DWA-M 609-1 – Entwicklung urbaner Fließgewässer

Mit dem Merkblatt DWA-M 609-1 wurde zum Erscheinungsdatum März 2020 eine Handreichung veröffentlicht, die sich mit den Belangen der Gewässerökologie unter den meist räumlich beengten und anthropogen geprägten Bedingungen in der Stadt beschäftigt. Fließgewässer in der Stadt bieten Möglichkeiten der Erholung, Naturerfahrung, Kommunikation und Begegnung sowie eine starke Identifikation mit der Heimat. Wie dieses Potenzial mit den vielfältigen Nutzungsaspekten und der Forderung nach ökologischer Entwicklung der Gewässer im urbanen Raum in Einklang gebracht werden kann, dazu möchte das Merkblatt Grundlagen für Planung und Umsetzung der Gewässerentwicklung vermitteln.

DWA-M 609-1

Andreas Stowasser

hat als Geschäftsführer der Unternehmen Stowasserplan und Ingbiotools über 20 Jahre Berufserfahrung im naturnahen Wasserbau. Zwischen 2006 und 2011 promovierte er zu dem Thema: „Potenziale und Optimierungsmöglichkeiten bei Auswahl und Anwendung ingenieurbiologischer Bauweisen im Wasserbau“. Zudem ist Dr.-Ing. Andreas Stowasser für die stetige Qualitätssicherung im Unternehmen zuständig.

Über Andreas Stowasser

hat als Geschäftsführer der Unternehmen Stowasserplan und Ingbiotools über 20 Jahre Berufserfahrung im naturnahen Wasserbau. Zwischen 2006 und 2011 promovierte er zu dem Thema: „Potenziale und Optimierungsmöglichkeiten bei Auswahl und Anwendung ingenieurbiologischer Bauweisen im Wasserbau“. Zudem ist Dr.-Ing. Andreas Stowasser für die stetige Qualitätssicherung im Unternehmen zuständig.
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